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Halina mit Christian Humborg - Geschäftsführer von Correct!v.

Den neuen Anregungen und Eindrücken auf der Spur - Halina besucht Correct!v.

Auf ihrer ständigen Suche nach interessanten Vereinen, Projekten etc. in ihrem Wahlkreis stieß Halina auf das gemeinnützige Recherchezentrum Correct!v in der Singerstraße 109.

Auf ihrer ständigen Suche nach interessanten Vereinen, Projekten etc. in ihrem Wahlkreis stieß Halina auf das gemeinnützige Recherchezentrum Correct!v in der Singerstraße 109.

Correct!v gründete sich vor zwei Jahren. "Unser Vorbild waren dabei die USA, in denen es im Kontext des Mediensterbens bereits einige Recherchezentren wie Correct!v gibt", erzählte Christian Humborg - einer der Geschäftsführer - zu Beginn Gesprächs. Besonders betroffen vom sogenannten Mediensterben im deutschsprachigen Raum seien Tages- und Lokalzeitungen. "Es müssen also neue Geschäftsmodelle entwickelt werden, um zu schauen, wie Redaktionen von Tages- und Lokalzeitungen künftig finanziert werden können."

Doch was genau ist und macht Correct!v eigentlich?

Grob beschrieben versteht Correct!v sich als Antwort auf eine Medienkrise, in der Verlage und Zeitungen Etats kürzen müssen, um schwächelnde traditionelle Geschäftsmodelle aufzufangen. Dadurch ist die Wächterfunktion der Medien gefährdet. Das momentan noch stiftungsfinanzierte Recherchezentrum will investigativen, aufklärenden Journalismus für alle Verlage, Sender und interessierte Einzelpersonen in Deutschland erschwinglich und zugänglich machen. Vor allem aber will es Missstände aufdecken und Demokratie nachhaltig schützen.

Momentan sind bei Correct!v 20 Personen beschäftigt, von denen 15 Reporter_innen sind. Ihren Transparenz- und Qualitätsanspruch versucht Correct!v u.a. durch einen Ethikrat zu gewährleisten. Dieser achtet darauf, "dass CORRECTIV den hohen ethischen Grundsätzen aufklärerischen Journalismus als wichtigen Beitrag für die demokratische Kultur genügt."

Thematisch setzt Correct!v sich selbst keine Grenzen und nimmt auch gern Anregungen von außen an. Die Themenbreite ist sehr vielfältig. So recherchierte Correct!v beispielsweise zum Thema Gesundheit. Die Recherche über multiresistente Keime in Krankenhäusern schaffte es sogar auf die politische Agenda. Ein weiterer größerer Themenbereich ist die 'Neue Rechte'. Vor allem angesichts des Erstarkens rechter Bewegungen und Parteien ist dieses Thema enorm wichtig. "Uns geht es vor allem darum deutlich zu machen, dass es keine irren Einzeltäter sind, sondern vielmehr eine nationale und internationale Vernetzung Rechter Gruppierungen gibt - Stichwort 'Weiße Wölfe', NSU etc.", erklärt Christian Humborg. Erschreckend auch für Halina, dass Correct!v niemanden fand, der ihre grafische Reportage über die Weißen Wölfe ausstellte. "Die einzige Galerie in Neukölln, die erst zusagte, ist dann - vermutlich aus Angst - am Ende kurzfristig abgesprungen. Also haben wir sie einfach in unseren Räumen ausgestellt."

Auch die Recherche über den Abschuss des Malaysia Airlines Flugs MH17 über der Ostukraine zeigt die Vernetzung rechter Strukturen auf internationaler Ebene. Denn nachdem ein Correct!v-Journalist auf der Grundlage von Recherchen und Augenzeugenbefragungen vor Ort schrieb, dass es "eine BUK-Rakete [war], die das Passagierflugzeug vom Himmel holte - in Stellung gebracht von Soldaten der 53. Russischen Luftverteidigungsbrigade aus Kursk, die sich ohne Hoheitszeichen auf ukrainischem Gebiet befand, um russische Panzerverbände zu schützen", und den Abschuss außerdem als eines "der größten Kriegsverbrechen der neueren Zeit" beschrieb, erhielt der Berliner Sitz von Correct!v ungebetenen Besuch von den Journalisten Graham W. Phillips und Billy Six. "Phillips hat schon mehrfach für Russia Today gearbeitet, Six für die Junge Freiheit - eine aufschlussreiche Kooperation."

Auch wenn niemand hundertprozentig neutral sein kann, betrachtet sich Correct!v nicht als Interessenvertretung, sondern will wichtige Themen einfach gut recherchieren und aufschreiben. "Gut Recherchiert" bedeutet aber meist auch "gut finanziert", denn "guter Journalismus kostet", erklärt Christian Humborg. "80 Prozent unserer Ausgaben gehen für Personalkosten drauf. Denn eine detaillierte Recherche vor Ort - wie z.B. im Fall der MH17 - kostet einfach Geld. Geld, dass vor allem Tages- und Lokalzeitungen oft nicht haben." Genau aus diesem Grund arbeitet Correct!v aktuell an dem Ausbau einer Kooperation mit Lokalzeitungen - quasi eine Veröffentlichungs- und Recherchekooperation mit diesen Zeitungen. "Das ist uns wirklich wichtig, da diese Sparte echt vom Aussterben bedroht ist. Hier in Berlin ist die Situation noch nicht ganz so bedenklich aber in anderen Bundesländern gibt es kaum noch Lokalpresse - geschweige denn gute."

Halina ist von Correct!v mehr als begeistert. Es sind nicht nur die sehr gut recherchierten Themen, die ihr vielseitiges Interesse wecken und auch befriedigen, sondern einfach auch das Selbstverständnis, der Anspruch auf absolute Transparenz und vieles mehr. Als kleine finanzielle Unterstützung für diese phantastische Arbeit spendete Halina dem gemeinnützigen Recherchezentrum 330€ - ihre Monatsspende 'Juni'.

"Macht weiter so!"