Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen
Halina mit Esther Borkam vom Familien- und Nachbarschaftszentrum Wrangelkiez.

Ein Sonntag im Wahlkreis

Halina bei der feierlichen Enthüllung der Gedenktafel für Wolfgang Szepansky in der Methfesselstraße 42.

Am 9. Oktober hieß es für Halina mal wieder: Ab in den Wahlkreis!

Am 9. Oktober hieß es für Halina mal wieder: Ab in den Wahlkreis!

Nach einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück ging es zum Geburtstag des Familien- und Nachbarschaftszentrum Wrangelkiez. Denn vor fast genau einem Jahr öffnete das Haus in der Cuvrystraße 13 das erste Mal seine Pforten. Und so feierten die zahlreichen Gäste im Herzen des Familien- und Nachbarschaftszentrums - dem Café - ein wirklich nettes Fest mit vielen Leckereien, Improtheater und Live-Musik.

So wie auch an allen anderen Tagen in der Cuvrystraße 13, waren auch an diesem Tag Alter, Geschlecht und Herkunft völlig egal. Ein tolles Miteinander, dass auch wirklich gelebt wird. Es wurde auch kurz über den Umgang mit Geflüchteten im Kiez gesprochen. Dabei hat es eine der Besucher*innen mit ihrer Aussage auf den Punkt gebracht: "Wir wollen hier nicht integrieren! Wir wollen hier Menschen kennenlernen und vielleicht Freundschaften knüpfen. Entweder man versteht sich oder halt nicht. Ist doch bei allen Menschen so."

"Recht hat se`!", findet auch Halina.

Halina bedankt sich für die Einladung und wünscht allen Mitarbeiter*innen und Besucher*innen des Familien- und Nachbarschaftszentrums Wrangelkiez ein weiteres tolles Jahr.

Aus Kreuzberg 36 ging es dann weiter nach 61 in die Methfesselstraße.

Dort - genauer in der Mehtfesselstraße 42 - schrieb Wolfgang Szepansky am 11. August 1933 "Nieder mit Hitler! KPD lebt! Rot Front!" an die Wand. Nach seiner Verhaftung kam er ins Berliner Konzentrationslager Columbia-Haus und floh 1934 in die Niederlande. Nach der Auslieferung an die Gestapo verbrachte er fünf weitere Jahre im KZ Sachsenhausen.

Wolfgang Szepansky - ein mutiger und politischer Mann - der sich bis ins hohe Alter politisch engagierte und u.a. zahlreiche Führungen im KZ Sachsenhausen gab.

Ihm zu Ehren wurde bereits 2012 eine Gedenktafel an der Mauer in der Methfesselstraße 42 angebracht. Seitdem wurde sie zwei Mal von Unbekannten gewaltsam zerstört.

Am 9. Oktober trafen sich erneut zahlreiche Antifaschist*innen in der Methfesselstraße 42 und enthüllten die Gedenktafel zum dritten Mal. "Ich hoffe nicht, dass es so sein wird, aber wenn es sein muss, komme ich immer und immer wieder hierher, um eine neue Gedenktafel zu enthüllen", sprach Cansel Kısıltepe Halina in ihrer Rede aus dem Herzen. Rührend und zugleich beeindruckend war auch die Rede der Enkelin Szepanskys - Belana Szepansky. Eine starke junge Frau, die sich wie ihr als "liebevoll" und "immer für einen Spaß zu habenden" Großvater, gegen Faschismus und Rassismus engagiert und nie aufhören wird zu diskutieren.

Musikalisch begleitet wurde die feierliche Enthüllung von Gina Pietsch mit u.a. la memoria - "Erinnern der Vergangenheit um der Zukunft willen".

Hoffen wir, dass die Tafel - die mit Hilfe des Aktiven Museums, dem VVn-BdA und der unteren Denkmalbehörde angebracht wurde - in den nächsten Jahren unbeschadet an Wolfgang Szepansky erinnert.