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Foto (bearbeitet): flickr.com/59159233@N04 (CC BY-SA 2.0)

Wahlkreiswoche zum Thema Digitales

Als netz- und rechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag bemüht sich Halina ihre parlamentarische Arbeit noch enger mit der Arbeit außerhalb des Parlaments zu verbinden. Daher besucht sie ab und zu auch Vereine jenseits der Grenzen ihres Wahlkreises – dafür aber zu ganz fachpolitischen Themen. Diesmal: Digitales und Netzpolitik.

Als netz- und rechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag bemüht sich Halina ihre parlamentarische Arbeit noch enger mit der Arbeit außerhalb des Parlaments zu verbinden. Daher besucht sie ab und zu auch Vereine jenseits der Grenzen ihres Wahlkreises – dafür aber zu ganz fachpolitischen Themen. Diesmal: Digitales und Netzpolitik.

Hat Kopf, Hand und Fuss – Coworking Space für Menschen mit und ohne Behinderung

So ging es zuerst in die Weddinger Osramhöfe: Dort hat sich nämlich ein ganz neues Projekt gegründet. In dem neu angemieteten 600m² großen Raum soll „Tuechtig“ - ein Projekt von Kopf, Hand + Fuss - entstehen.

„Tuechtig“ soll ein bis ins kleinste Detail durchdachter barrierefreier und inklusiver Coworking Space werden. Denn das Ziel des Vereins, ist es, dass „jedes Anderssein akzeptiert und geschätzt wird“. Um Anderssein auch in die Gesellschaft zu integrieren, werden unter anderem interaktive Lernportale, innovative Softwareanwendungen und praktische APPs entwickelt.  Diese sind vor allem Menschen mit Behinderung, aber auch für Geflüchtete sehr hilfreich im Alltag.

Das Konzept ist in Deutschland einmalig und klingt nicht nur spannend, sondern ist absolut notwendig. Denn in dem Coworking Space gibt es neben der Möglichkeit, dass Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt bekommen auch direkte Arbeitshilfen vor Ort. Außerdem können so hilfreiche Produkte für Betroffene wie z.B. Apps oder Lernprotale gleich von betroffenen Menschen selber entwickelt werden. Sodass Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, Produkte so optimieren, dass sie für viele unterschiedliche Menschen zugänglich gemacht werden. Halina war sehr begeistert über die Ideen und freut sich darüber, ein wenig Einblick die Konzeptionen erhalten zu haben. Es ist wichtig, dass solche Räume entstehen. Da aber die Umsetzung eines so ausgefeilten Konzeptes sehr viel Geld kostet, wird „Tuechtig“ auf Spenden angewiesen sein. So bald also Geld über Crowdfunding gesammelt wird, wird Halina das gern mit euch teilen.

Freiwillige Selbstkontrolle in den Medien

Als nächstes ging es zur Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM) . Diese haben 50 Mitglieder aus unterschiedlichen Firmen und Unternehmen. In Bezug auf die Mitglieder nimmt FSM eine Doppelrolle ein: einerseits beraten sie die Unternehmen und andererseits kontrollieren sie sie. Gleichzeitig decken sie auch den Bereich des Beschwerdemanagements ab. So können sich Menschen bei jugendgefährdenden Inhalten im Internet an FSM melden. In diesem Zusammenhang arbeiten sie meist reaktiv und prüfen die Beschwerden, filtern sie und verfolgen sie gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit der Exekutiven. FSM hat aber auch positive Angebote für Kinder und Jugendliche entwickelt,  wie zum Beispiel frag FINN.de . Dieses Projekt arbeitet mittlerweile unabhängig von FSM und bietet ohne Sanktionen, eine Suchmaschine für Kinds- und Jugendgerechte Websites an.

In Friedrichshain-Kreuzberg: Open Knowledge Foundation und Mediale Pfade

Am nächsten Tag besuchte Halina dann doch noch zwei Vereine, die sich mit digitalen Medien beschäftigen und sogar im Wahlkreis liegen – Open Knowledge Foundation und Mediale Pfade.

Die Open Knowledge Foundation gibt es seit fünf Jahren. Ihre Zielsetzung ist es: Wissen und Daten für alle öffentlich zugänglich zu machen und Transparenz zu schaffen. Sie  erwähnen jedoch auch, dass bei der Preisgabe von Daten unbedingt auf Datensparsamkeit geachtet werden muss. Was so viel heißt wie, Daten von Unternehmen, die für die Öffentlichkeit von Bedeutung sind, sollten öffentlich gemacht werden, Daten die wiederum von Individuen sind, die nachteilig ausgelegt werden können, nicht.

Um diese Ziele auch in die Tat umzusetzen hat die Open Knowledge Foundation konkrete Projekte entwickelt. Ein tolles Beispiel ist „Frag den Bundestag“. Um genau zu sein, sind im Zuge dieses Projektes zwei sehr hilfreiche Websites entstanden: https://kleineanfragen.de/  und https://sehrgutachten.de/ . Diese Seiten ermöglichen einen Einblick in alle parlamentarischen Anfragen des Bundestags und sogar in alle Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages. E

in weiteres Projekt ist „Jugend Hackt“. Dieses Projekt gibt es seit 2013, wobei junge Menschen nicht nur einen moralisch und ethisch vertretbaren Umgang mit Technik lernen, sondern auch wie man anhand von digitalen Medien und technischen Skills die Gesellschaft positiv zu ändern. So haben Jugendliche z.B. gewaltvolle Bilder auf Websites durch Katzenbilder ersetzt.

Die Open Knowledge Foundation bietet wirklich tolle Projekte an und hat darüber hinaus sehr gute Konzepte, Ansätze und Ideen, die einen Teil dazu betragen, die digitale aber auch analoge Gesellschaft zu ändern.

Bereichernd ging es nach diesem Besuch weiter nach Kreuzberg zu den Medialen Pfaden . Diesen Verein gibt es bereits seit 2007 in der Bundesrepublik, jedoch erst seit 2012 in Berlin. Der Verein vermittelt unter anderem an Schulen politische Inhalte mit digitalen Medien. Dabei erweist sich die Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bindung als weitaus einfacher, als mit einzelnen Landeszentralen für politische Bildung. Die Interessenschwerpunkte variieren stark von Bundesland zu Bundesland. Folglich legen einige Länder viel Wert auf eine digitale Bildung, während andere wiederum noch sehr konservativ arbeiten. Dies betrachten die Mitarbeiter_innen der Medialen Pfade als kontraproduktiv, da digitale Medien im Alltag vieler Kinder und Jugendlichen fester Bestandteil und nicht mehr wegzudenken sind. Aus diesem Grund ist es wichtig Angebote für Kinder und Jugendliche zu unterbreiten und den positiven Umgang mit digitalen Medien als eine Möglichkeit für eine einerseits individuelle und anderseits gesellschaftliche Bereicherung zu betrachten. In Bezug auf die Jugendarbeit in Jugendfreizeiteinrichtungen erwähnen sie auch, dass diese oft anachronistische Angebote für Jugendliche machen und somit immer unattraktiver werden. Hier ist es auch besonders wichtig die Medienkompetenz des Personals zu steigern und neben den üblichen Freizeitangeboten auch die digitale Medienbildung zu fördern. Was wiederum bedeutet, dass Landesregierungen mehr Geld in die Jugendarbeit investieren müssen.

Neben der politischen Bildung von Jugendlichen und Kindern, die eine deutsche Schule besuchen können, arbeiten sie auch mit Geflüchteten zusammen. In diesem Zusammenhang ist ein Radioprojekt entstanden, wo Geflüchtete ihre eigene Radiosendung produzieren und über die Inhalte entscheiden. 

Für Halina war auch dieser Besuch bei den Medialen Pfaden sehr inspirierend und bereichernd. Sie nimmt auf jeden Fall einiges an Ideen und Anregungen mit in das Raumschiff „Bundestag“.

 

 

 

 

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