3. Februar 2012

Pankower Kulturlandschaft erhalten!

Die Kurt-Tucholsky-Bibliothek in Prenzlauer Berg ist Halina schon seit einiger Zeit ein Begriff. So spendete sie im Mai 2010 der ehrenamtlich betriebenen Bibliothek für drei Jahre zwei Abonnements der Zeitschriften Stiftung Warentest und Finanztest. Bei ihrem damaligen Besuch zeigte sich Halina beeindruckt von dem ehrenamtlichen Engagement der Betreiberinnen und Betreiber der Bibliothek. Nun steht die Kurt-Tucholsky-Bibliothek zusammen mit vielen anderen Pankower Kultureinrichtungen vor dem Aus. Allesamt (Dazu gehören z.B. auch Die WABE, das Theater unterm Dach, die Galerie Pankow) tauchen auf einer Liste des Kulturstadtrates Torsten Kühne (CDU) auf, die alle öffentlichen Kultureinrichtungen des Bezirks Pankow beinhalten, die seiner Meinung nach geschlossen werden müssen, um den Sparvorgaben des Berliner Senats nachzukommen. Gestern stand Torsten Kühne in der Kurt-Tucholsky-Bibliothek Rede und Antwort. Halina war neben vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern anwesend.

Viel Neues hatte Torsten Kühne leider nicht zu sagen. Er wolle keine Kultureinrichtungen schließen, aber die viel zu geringen Mittelzuweisungen durch den Berliner Senat, würden ihn dazu zwingen, eine solche rigide Streichliste aufzustellen. Nur so könne er die benötigten 1 Million Euro an Einsparungen zu erreichen. Wie viel denn nun genau mit der Schließung des Bibliothek-Standtortes Kurt-Tucholsky-Bibliothek eingespart werden könne, konnte Kühne nicht sagen. Im weiteren Verlauf wurden die Grundprobleme deutlich. Insbesondere die absurde Kosten-Leistungsrechnung für Bibliotheken, die dazu führen, dass ehrenamtlich betriebene Bibliotheken trotz kaum anfallender Kosten eine wesentlich schlechtere Bilanz haben als hauptamtlich betriebene Bibliotheken (denn das Motto lautet: Was nichts kostet, kann auch nichts leisten) wurde als Problem benannt. Doch würde man es sich zu einfach machen, allein auf den Senat zu zeigen, erklärte der ehemalige Kulturstadtrat Michail Nelken (DIE LINKE) durchaus selbstkritisch. So lange der Bezirk Pankow der schnellste und brutalste Vollstrecker der Kosten-Leistungsrechnung sei, habe der Bezirk gegenüber dem Senat eine sehr schwache Position. Der Senat würde dann nämlich zurecht anmerken, dass der Senat dem Bezirk nicht vorschreibe, wie er seine Mittel einsetzen soll.

Insgesamt machte es sich Torsten Kühne gestern etwas sehr einfach. Der alleinige Verweis auf den Senat verschleiert die eigene Verantwortung für die von ihm aufgestellte Liste, die einen Kahlschlag der öffentlichen Kultur Pankows gleichkommen würde. Halina zeigte sich deshalb auch sehr froh darüber, dass die Bürgerinnen und Bürger gestern noch einmal verdeutlichten, dass sie bereit sind, für die Kurt-Tucholsky-Bibliothek und all die anderen bedrohten Einrichtungen zu kämpfen. Halina wird sie dabei unterstützen.


Bitte unterstützen Sie die Online-Petition „Für den Erhalt der kulturellen Einrichtungen in Berlin-Pankow“.