8. Juni 2012

Halina unterwegs unter freiem Himmel

Sprechstunde unter freiem Himmel vorm JobCenter (Foto: Rico Prauss)

Besuch beim Kotti-Protest-Camp (Foto: Rico Prauss)

Am Donnerstag, den 7. Juni bot Halina ihre zweite Bürgersprechstunde unter freiem Himmel an. Ort des Geschehens war wieder das Job Center Friedrichshain-Kreuzberg in der Rudi-Dutschke-Strasse. Am Stand gab es neben den Informationsbroschüren, auch gratis Kaffee und Kuchen. Die Bürgerinnen und Bürger waren nicht nur über die „Nervennahrung“ erfreut, sondern vor allem auch über die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit Halina. In einigen Fragen konnte Halina den Menschen vor  Ort mit Rat zur Seite stehen. Bürgerinnen und Bürger, die jedoch eine umfassendere Beratung benötigten, lud sie zur kostenlosen Sozial- und Rechtsberatung in ihr Wahlkreisbüro ein. Mit dieser regelmässig stattfindenden Bürgersprechstunde, setzt sich Halina nicht nur am Rednerpult im Bundestag gegen Hartz IV ein, sondern bietet den Menschen in ihrem Wahlkreis stetig ihre praktische Hilfe an. Für Halina steht fest: Dies war nicht ihre letzte Sprechstunde vor dem Job Center Friedrichshain-Kreuzberg!

Nach dem der Stand vor dem Job Center eingepackt wurde, ging es mit einer Kaffee- und Kuchenspende zu einem weiteren Treffen unter freiem Himmel. Was die Menschen hier beschäftigt, sind vor allem die stetig steigenden Mieten, der Sozialabbau im sozialen Wohnungsbau und die systematische Verdrängung derer, die über Jahre, oft Jahrzehnte, dort ihren Lebensmittelpunkt haben. Die Rede ist vom Kotti-Protest-Camp. Das Camp ist eine aufwändig gestaltete kleine Holzhütte, welche an die über Nacht entstandenen Wohnungen an den Rändern türkischer Großstädte (Geçekondu) erinnern soll. Beides ist aus der Not heraus entstanden. Das Protest-Camp wird von den betroffenen Mieter_innen aus der unmittelbaren Umgebung verwaltet und bietet eine Lobby für diejenigen, die von den Mieterhöhungen betroffen sind. Dort hat jede und jeder die Möglichkeit Informationen zur aktuellen Mietenproblematik zu erhalten, sowie an Diskussionsrunden und kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen.

Im Gespräch mit Halina verdeutlichten die Kotti und Co.-Aktivist_innen ihre aktuelle Situation: Die meisten Mieter_innen seien nicht mehr in der Lage den verlangten Preis für die Miete zu zahlen, da sie mittlerweile nach jährlich wiederkehrenden und erheblichen Mieterhöhungen zwei Drittel ihres Einkommens dafür aufwenden müssten. Mit dieser Problematik sind jedoch nicht nur die Transferleistungsempfänger_innen konfrontiert, sondern auch Rentner_innen und sogenannte „besser-Verdienende“. Für die Menschen vom Kotti und Co. sind die hohen Mieten vor allem deswegen unverständlich, weil die bewohnten Wohnungen den privaten Gesellschaften Hermes und GSW gehören und diese staatlich subventioniert werden. Die staatliche Zuwendung erhalten diese Wohnungsgesellschaften, um Menschen einen bezahlbaren Wohnraum gewährleisten zu können. Doch bezahlbar sind die Wohnräume schon lange nicht mehr.

Die Kotti und Co.-Aktivist_innen fordern von den Oppositionsparteien – und damit auch der LINKEN –  tatkräftige Unterstützung, Hilfe bei Informationsbeschaffungen und Recherchen, sowie Lösungen für die Problematik des Berliner sozialen Wohnungsbaus. Im Gespräch mit den Protest-Camper_innen verdeutlichte Halina, dass sie sehr gern ihre Unterstützung anbietet. Halinas ersten Angebote waren: Recherchen, zu den unterschiedlichen Situationen des sozialen Wohnungsbaus im bundesweiten Vergleich anzustellen und Informationen von der Bundesregierung, zu dem prozentualen Anteil der Renten, welchen Rentner_innen monatlich für ihre Miete (im sozialen Wohnungsbau) durchschnittlich aufbringen müssen, zu beschaffen. Am Tag des Besuches reichten die Kotti und Co.-Mitstreiter_innen einen offenen Brief an den Berliner Senator für Stadtentwicklung, Michael Müller, ein. Sollte dieser nicht bzw. nur unzureichend auf die ihre Fragen und Forderungen eingehen, wird Halina nochmals nachhacken. Für Halina steht fest, diese Form des Protestes und die Menschen des Kotti-Protest-Camps weiterhin zu unterstützen.  

http://kottiundco.wordpress.com/